Halbtagesradtour am 06.08.2016

Um 13:00 Uhr trafen sich 11 KABler an der Ammelner Kapelle. Anfangs regnete es noch leicht, aber die Regenwolken verzogen sich schnell und danach kam auch teilweise die Sonne zum Vorschein.IMG_2397

Die Route orientierte sich an dem alten Prozessionsweg um das Schöppinger Gemeindegebiet. Dabei wurden einige Kapellen des Prozessionswegs angefahren.

IMG_2410Zuerst kamen wir an der Pestkapelle in Gemen (Antoniuskapelle) an.
Die kleine Fachwerkkapelle wurde im 17. Jahrhundert (etwa 1650) errichtet und 1967/1968 restauriert. Ein riedgedecktes Walmdach schmückt das Kapellchen. 1986 feierte die Kapellengemeinde St. Antonius ein Jubiläum anlässlich der 350 Jahre währenden Antoniusverehrung. Basierend ist ein Gelübde aus dem Jahre 1636,
das die Bevölkerung in der Pestzeit (30-jähriger Krieg) abgelegt hatte:
Sie wollten dem heiligen Antonius zu Ehren eine Kapelle bauen,
wenn die Pest zu wüten aufhören würde. Der Bau der Kapelle erfolgte dann etwa 1650, nachdem die Pest in Gemen aufgehört hatte.
Seitdem trägt sie auch die Bezeichnung: „Pestkapelle“. Die Kapelle und das Umfeld wird von den Nachbarn liebevoll gepflegt.

IMG_2415Die zweite Pause wurde an der Kapelle des Hauses Koppel gemacht.
Eine Kapelle im Südwesten der Bauerschaft Ramsberg ist wohl als Bestandteil des adligen Hauses Koppel erbaut worden. Später wurde sie einfach als ,,Kapelle hinter Sassen Busch“ bezeichnet, da vom ursprünglichen Besitzer keine Zeugnisse erhalten blieben. Das Haus Koppel und die dazugehörigen Hofstätten Voss und Merschmann waren als Lehen des Bischofs von Münster bis Ende des 14. Jahrhunderts Besitz der Familie von Ramsberg. Schon 1658 war Haus Koppel nur noch sporadischer Aufenthaltsort der damaligen Eigentümer. der von Westerholt. 1713 wurden die Gebäude als unbewohnbar beschrieben und etwas später auf Abbruch versteigert. 1812 verschwanden auch die letzten sichtbaren Spuren der Anlage, als die Wälle planiert und die Gräben verschüttet wurden, um Grünland zu gewinnen. Die Kapelle wurde zeitweise als Jagdhütte und Schafstall genutzt und blieb als Ruine erhalten. Sie besitzt einen einfachen, nahezu quadratischen Grundriss und ein Pyramidendach, vergleichbar der Stockumer Kapelle und derjenigen auf dem Hof Schulze Althoff. Vermutlich wurde sie wie diese um das Jahr 1707 errichtet. Die Kapelle wurde von der Gemeinde Schöppingen erworben. Nach ihrer Restaurierung im Jahre 2002 wird sie vom Schützenverein Ramsberg unterhalten.

IMG_2417An der Kapelle auf dem Hof Schulze Althoff war ein Hofcafe angeschlossen. Hier wurde eine Kaffeepause eingelegt.IMG_2419
Im Jahr 1707 wurde bei dem Hof Schulze Althoff in der Bauerschaft Heven eine Kapelle errichtet, die als Station der ,,Großen Prozession“ diente. Hier wurde die erste Predigt traditionell von dem Eggeroder Pastor gehalten, während im Gegenzug der Schöppinger Pastor anlässlich einer Eggeroder Prozession predigte. Es handelt sich um einen einfachen rechteckigen Bau mit pyramidenförmigem Dach und einem rundbogigen Portal mit Sandsteingewände. Die Kapelle wurde 1949 an ihren jetzigen Standort auf dem Hof umgesetzt und wird von der Familie Schulze Althoff genutzt und gepflegt.

IMG_2421Nach der Stärkung ging es weiter nach Eggerode. Hier war die Gnadenkapelle das Ziel. Aber auch die nahe gelegene Eisdiele übte ihre Anziehungskraft aus.
Neben der Pfarrkirche St. Mariä Geburt in Eggerode steht die Gnadenkapelle. Anstelle zweier Vorgängerbauten wurde sie in den Jahren 1843/44 als sechseckiger Bau mit Haubendach und Laterne errichtet. In der Laterne ist eine Glocke aus dem Jahre 1851. Die Kapelle wurde 1951 durch den Choranbau vergrößert. Im Innern wird der Blick auf den Barockaltar aus dem 17. Jahrhundert gelenkt, der mit großer Wahrscheinlichkeit aus dem ehemaligen Kloster Klein-Burlo stammt, welches auf halbem Weg zwischen Eggerode und Darfeld lag. Im Altar hat das Gnadenbild „Unserer Lieben Frau vom Himmelreich“ seinen Platz. Es ist anzunehmen, dass Mitglieder der Familie Stryck, die an den Kreuzzügen (1096-1270) teilnahmen, dieses Gnadenbild von dort mitbrachten und in ihrer Kirche aufstellten. Die 70 cm hohe Holzplastik aus dem 11. Jahrhundert stellt Maria als Königin auf dem Thron sitzend dar, Jesus auf dem Schoß, in der rechten Hand ein Zepter. Maria und Jesus tragen Kronen. 

Von Eggerode führte die Tour nach Asbeck, wo in der Gaststätte Enseling  noch ein Abschlusstrunk genommen wurde.  Von dort wurde dann das letzte Stück des Weges zurück zur Ammelner Kapelle in Angriff genommen.