Betriebsbesichtung bei Schmitz Cargobull am 26.02.2016

Das Angebot zur Betriebsbesichtigung von Schmitz Cargobull fand starkes Interesse. IMG_0270Es kamen 26 KABler nach Vreden. Dort begrüßte uns der Fertigungsleiter und der Betriebsratsvorsitzende.
Die beiden stellen zuerst den Betrieb vor.IMG_0260Die Ursprünge des Unternehmens reichen bis in das Jahr 1892 zurück. Damals begann der Firmengründer Heinrich Schmitz, in der sich seit über 100 Jahren in Familienbesitz befindlichen Schmiede in Altenberge bei Münster Wagen zu bauen. Eine erste Aufwärtsentwicklung nahm der neue Geschäftszweig der Schmiede mit der zunehmenden Motorisierung Ende der 1920er Jahre. In dieser Zeit wandelte sich das Unternehmen vom Handwerksbetrieb zum industriellen Fahrzeugbauer. 1928 wurde der erste, mit Vollgummireifen ausgestattete, Kraftfahrzeuganhänger ausgeliefert. Ab 1935 wurden Sattelauflieger und Kofferfahrzeuge mit Stahl-Außenhaut auf Holzgerippe gefertigt. 1950 produzierte Schmitz seinen ersten isolierten und temperierten Aufbau.

Hier einige Kennzahlen des Standortes Vreden:

Mitarbeiter:                   800 ….  1.650
Auszubildende:                                102
Betriebsgelände:                  145.100 m²
Produktionsfläche:                 60.000 m²
Produktionskapazität p. a.: 25.000  SKO  COOL  EXPRESS

Da in diesem Geschäft die Anhänger immer sehr kurzfristig geliefert werden müssen, werden die Kapazitäten über Personal von Leiharbeiterfirmen bei Bedarf angepasst. Daher die großen Schwankungen im Personal.
In ihrer Sparte hat Schmitz Cargobull in Deutschland einen Marktanteil von ca. 80 % und europaweit einen von ca. 50 %.

Eine Besonderheit in Vreden ist das Schmitz – Produktion – System. Mit SPS ist man im Jahr 1999 gestartet. Dabei werden Verfahren wie JIT und Kanban zum Materialnachschub und vor allem die Ideen der Mitarbeiter zur Arbeitsplatzgestaltung und Optimierung der Arbeitsabläufe genutzt. Dazu wurden Teamleiter, die intensiven Kontakt mit ihren Gruppen von ca. 10 Mitarbeitern halten, installiert. Man gibt den Mitarbeitern offen Kennzahlen und Unternehmensziele bekannt. Ideen zur Produktionssteigerung werden durch einen Anteil der Ersparnis an der Ideengeber weitergegeben.
Für dieses System hat das Werk in Vreden schon mehrer Preise bekommen.
Einmal jährlich wird ein Workshop mit ca. 230 SPS Mitarbeitern gehalten.

Nach der Einführung fand die Betriebsführung in 2 Gruppen statt. Hier wurde das Enstehen eines Anhängers vom Zuschnitt der Bleche, Ausschäumen der Seitenwände,  Vormontage des Fahrgestells bis hin zum Zusammenbau der vorgefertigten Teile zum fertigen Anhänger gezeigt. Dabei wird in einem Takt von 15 Minuten gefertigt, so dass alle Viertelstunde ein fertiger Anhänger die Montage verlässt.