Besichtigung des Ahauser Zentralklärwerks am 15.11.2013

Um 16:30 Uhr trafen sich 12 Personen am Ahauser Klärwerk an der Fürstenkämpe 100. Dort warteten Martin Könning aus dem Fachbereich Tiefbau und Entsorgung und Erwin Wigbels, der Leiter des Zentralklärwerks.

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 Im Bild links Herr Könning und rechts Herr Wigbels.

Zuerst erklärt Herr Könning anhand eines Diagramms die Funktionsweise der Kläranlage.

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Im Zentralklärwerk wird das Schmutzwasser der Stadt und aller Ortsteile gereinigt. Nur für Regenwasser gibt es noch einfache Klärvorrichtungen vor Ort. Die Ortsteile pumpen das Schmutzwasse zur Kläranlage. Über insgesamt 170 km Rohrleitungen wird das Schmutzwasser zur Kläranlage gebracht.
Die Kläranlage ist nach der Moderiesierung und Erweiterung auf ca. 85000 Einwohnereinheiten ausgelegt. Bisher bewegten sich die Belastungen der Kläranlage zwischen 47000 und 73000 Einwohnereinheiten, so dass noch Reserveren vorhanden sind. Sie ist eine der modernsten Anlagen in ganz Deutschland.

Nach der theoretischen Einführung wurde die Anlage in der einsetzenden Dämmerung in 2 Gruppen besichtigt.

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 Zuerst wurde die mechanische Vorreinigung besichtigt. Hier werden mit Rechen und Sandfang die Grobstoffe und Sand entfernt. Dadurch werden die vorwiegend mineralischen, Feststoffe aus dem Abwasser entfernt. Damit kann der Verschleiss der Pumpen reduziert werden.
Im Vorkläbecken setzen sich ungelöst Stoffe ab oder schwimmen auf und werden dann entfernt.

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 Nach der Vorreinigung kommt das Wasser in die Biologische Reinigung. Im Belüftungsbecken können aerobe Kleinstlebewesen (Bakterien, Hefen) unter ständiger Luftzufuhr die im Abwasser noch enthaltenen biologischen Verunreinigungen abbauen. Die Belüftung erfogt in Ahaus über Bodenplatten im Klärschlamm. Die Belüftung erfolgt nicht kontinuierlich, sondern nur in gewissen Phasen. Die Kunst der Abwasserklärung ist es, das Klima für die Bakterien, Hefen optimal zu halten. Einflussfaktoren dazu sind unter anderen die Aussentemperatur und der Anteil organischer Stoffe im Abwasser.

Nach der biologischen Reinigung geht das Wasser ins Nachklärbecken.

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 Während der Reinigung werden laufend Proben entnommen und in eigenen Labor untersucht, ob die Grenzwerte noch eingehalten werden.

Der durch den Abbau der Abwasserinhaltsstoffe entstehende Biomassezuwachs wird in sogenannten Faulbehältern unter anaeroben (sauerstofffreien) Bedingungen durch anaerobe Bakterienstämme zu Faulschlamm und brennbarem Faulgas (im Wesentlichen ein Gemisch aus Methan und Kohlendioxid) abgebaut. Mit dem Gas wird über einen Generator Storm erzeugt. Damit wird ungefähr 50 % des Strombedarfs des Ahauser Klärwerks gedeckt.